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16. Jul. 2008

JAAAAA! Es ist noch immer Kaltstart, die Theaterwelt Hamburgs ist im Ausnahmezustand, denn im und um das Haus 73 ist vom 10.7. bis 20.7. Theater angesagt. Über 60 Produktionen in 6 Spielstätten sind es im dritten Veranstaltungsjahr. Größer ist es also geworden. Und von höchster Qualität ist es geblieben.

Sechs Tage des Festivals sind bereits vorbei und einige Highlights lassen sich ausmachen: “Das Johnny Walker Komplott” stellte Hamburg auf den Kopf, der Werkraum am Haus 73 stellt Nachwuchskünstler vor, die, klar, Werkstattinszenierungen auf die Bühne bringen. Manche davon mit durchschlagendem Erfolg, wie die Inszenierung von “Kasimir und Karoline” am Samstag und Sonntag.

Zwei junge Menschen stehen verloren auf der Bühne. Die Bewegungen sind stilisiert und auf den Punkt. Miteinander reden ist vorbei. Aber auch “The Smell Of Stinkefinger” verspricht großes Theater an der Nachwuchsfront.

Besonders bissig ging es bei der Politischen Kochshow “Lecker! Kinderarmut” am Montag zu. Da wurde gesungen von der Blankeneser Schnickse, von Statistiken und der Schwierigkeit mit einem Satz von 4 Euro irgendwas am Tag seinen Hunger zu stillen. Nebenbei musste man politische Farbe bekennen, indem man zwischen grünem, schwarzem (bähh) oder rotem Tee wählte.

Später am Montag gab es dann zwei der vielversprechendsten Inszenierung zur selben Zeit im Haus 73, das eine Vielzahl toller Bühnen unter einem Dach vereint. Im Anbau wurde eine angekitschte und extrem rührende Inszenierung namens “Liebe 07″ gezeigt, die mit einer Vielzahl theatraler Mittel in eine tolle Bildkollage überführt wurde. Eine Künstlerin bringt sich um. Ihr Freund ist auf sich zurückgeworfen. Dann bringt auch er sich um, steigt ins Wasser. Die Liebe wird in der Retrospektive gezeigt. Zeitgleich läuft “Howie The Rookie” im Saal: Eine treibende Millieustudie.

Neben Tausendsassa-Theater, ist es vor allem die Stimmung, die Kaltstart auszeichnet! Zwischen den Inszenierungen tummeln sich Schauspieler und Publikum, Regisseure und Techniker vor der Bar, vor dem Grillstand und zischen ein paar Bierchen, stoßen mit Weißwein auf neue Projekte an, tauschen sich aus, kritisieren sich gegenseitig, feiern zusammen. Besonders intensiv in der Montag Nacht zu erleben, als sich die Kaltstart Crew mit dem Publikum beim “Psychoke-Karaoke” austobte. Karaoke mit verstärktem Performanz Gedanken. Auch das ist Theater, bis tief in die Nacht. Kaltstart ist nicht das, was man an großen Theatern erwartet. Kaltstart ist unbedarfter, spontaner und mitunter purer.

Das Programm für die noch kommenden Tage findet ihr HIER.

Unsere iLIVE Tipps (wir sind zwar überall, aber trotzdem):

Lenz

Kalter Entzug 24h

Psychoses 4:48

Eva Braun Medea – Ein deutsches Bunkermärchen

Bombsong

1Limited

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