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31. Jul. 2008

In Hamburg brennt jetzt die Sonne, doch in den letzten Wochen brannte Hamburg vor allem für Theater: Das Kaltstart Theaterfestival in der Schanze ging vom 10. – 20. Juli zum dritten Mal über die Bühne. In und um das Haus 73 wurden über 60 Produktionen vom Schauspiel bis zur Pantomime aus nationalen Theatern präsentiert. Wir waren dabei und haben mit Festivalmachern, Regisseuren, Schauspielern, Musikern und natürlich dem Publikum gesprochen und jede Menge O-Töne gesammelt. Auch während der Vorstellungen lief das Aufnahmegerät und hat einige verstörende Dinge aufgezeichnet: Zum Beispiel zwei Menschen, die 24 Stunden in einem Iglu Zelt zur Talkshow laden und irgendwann so verrückt sind, dass sie sich gegenseitig ordentlich beschimpfen. Doch Episode 42 macht nicht nur Theater, auch für Musik ist gesorgt. Dieses Mal spielt der durchgeknallte Mugison eine Akustiksession, die aufgenommen wurde, als der Isländer im Molotow gespielt hat.

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16. Jul. 2008

JAAAAA! Es ist noch immer Kaltstart, die Theaterwelt Hamburgs ist im Ausnahmezustand, denn im und um das Haus 73 ist vom 10.7. bis 20.7. Theater angesagt. Über 60 Produktionen in 6 Spielstätten sind es im dritten Veranstaltungsjahr. Größer ist es also geworden. Und von höchster Qualität ist es geblieben.

Sechs Tage des Festivals sind bereits vorbei und einige Highlights lassen sich ausmachen: “Das Johnny Walker Komplott” stellte Hamburg auf den Kopf, der Werkraum am Haus 73 stellt Nachwuchskünstler vor, die, klar, Werkstattinszenierungen auf die Bühne bringen. Manche davon mit durchschlagendem Erfolg, wie die Inszenierung von “Kasimir und Karoline” am Samstag und Sonntag.

Zwei junge Menschen stehen verloren auf der Bühne. Die Bewegungen sind stilisiert und auf den Punkt. Miteinander reden ist vorbei. Aber auch “The Smell Of Stinkefinger” verspricht großes Theater an der Nachwuchsfront.

Besonders bissig ging es bei der Politischen Kochshow “Lecker! Kinderarmut” am Montag zu. Da wurde gesungen von der Blankeneser Schnickse, von Statistiken und der Schwierigkeit mit einem Satz von 4 Euro irgendwas am Tag seinen Hunger zu stillen. Nebenbei musste man politische Farbe bekennen, indem man zwischen grünem, schwarzem (bähh) oder rotem Tee wählte.

Später am Montag gab es dann zwei der vielversprechendsten Inszenierung zur selben Zeit im Haus 73, das eine Vielzahl toller Bühnen unter einem Dach vereint. Im Anbau wurde eine angekitschte und extrem rührende Inszenierung namens “Liebe 07″ gezeigt, die mit einer Vielzahl theatraler Mittel in eine tolle Bildkollage überführt wurde. Eine Künstlerin bringt sich um. Ihr Freund ist auf sich zurückgeworfen. Dann bringt auch er sich um, steigt ins Wasser. Die Liebe wird in der Retrospektive gezeigt. Zeitgleich läuft “Howie The Rookie” im Saal: Eine treibende Millieustudie.

Neben Tausendsassa-Theater, ist es vor allem die Stimmung, die Kaltstart auszeichnet! Zwischen den Inszenierungen tummeln sich Schauspieler und Publikum, Regisseure und Techniker vor der Bar, vor dem Grillstand und zischen ein paar Bierchen, stoßen mit Weißwein auf neue Projekte an, tauschen sich aus, kritisieren sich gegenseitig, feiern zusammen. Besonders intensiv in der Montag Nacht zu erleben, als sich die Kaltstart Crew mit dem Publikum beim “Psychoke-Karaoke” austobte. Karaoke mit verstärktem Performanz Gedanken. Auch das ist Theater, bis tief in die Nacht. Kaltstart ist nicht das, was man an großen Theatern erwartet. Kaltstart ist unbedarfter, spontaner und mitunter purer.

Das Programm für die noch kommenden Tage findet ihr HIER.

Unsere iLIVE Tipps (wir sind zwar überall, aber trotzdem):

Lenz

Kalter Entzug 24h

Psychoses 4:48

Eva Braun Medea – Ein deutsches Bunkermärchen

Bombsong

1Limited

15. Jul. 2008

Ein Festival zu Ehren eines der bedeutendsten, produktivsten und engagiertesten Songwriter des letzten Jahrhunderts war das Woody Bash Festival in der Hasenschaukel. Ein Festival zu Ehren Woody Guthries.

Doch nicht nur versammelten sich am 12.7.2008 insgesamt sieben Bands, um den Geist des vor allem in den 30er und 40 Jahren agierenden Protestsong-Vaters aufleben zu lassen, das Woody Bash Festival war daneben auch ein Fest für Groß und Klein mit herrlichem Essen, interessierten Leuten und unterschiedlichster Musik.

Den Anfang machte Boo Hoo aus Frankfurt. Ein Songwriter in LoFi Traditionalität – auf Platte mit Elektronika Versatzstücken, Live mit umso mehr Gefühl. Er hauchte ins Mikrofon, flüsterte und summte in beliebter Indie-Manier und traf dabei immer den Ton einfach guter Musik.

Der Auftritt der Dirty Dishes war weniger einfühlsam, dafür aber ein Soundtrack zum Mindfuck, der laut Eigenaussage der Hamburger Querköpfe eigentlich “den Laden leer spielen” sollte. Das haben sie nicht geschafft mit ihrem 12 Minuten Song “Komm wir trinken noch ein Bier”, wohl haben sie aber die tanzenden U-5 Kids für sich gewinnen können. Und die wussten nicht einmal, dass es sich bei den Dirty Dishes um Jan von Tocotronic und Rasmus vom Herrenmagazin handelt.

Die andere Band, die die ganz jungen Besucher in Verzücken versetzte, waren The Unreachables (FOTO)aus Schweden. Fünf Typen mit Flausen und mitreißenden Songs im Kopf, die bei ihrer Erfolgsstory in spe vor allem auf Deutschland setzen, wie sie uns im Interview verraten haben. Das ist natürlich nicht das Schlechteste, immerhin fressen wir den Schweden meistens aus der Hand. Falls sich jetzt jemand fragt, was an den Schweden jetzt Woody Guthrie mäßig war, das wussten sie auch nicht so genau. Aber darum ging es ja auch nicht. Protestieren liegt The Unreachables aber genauso im Blut wie Woody. Außerdem gehört ein bisschen Rock´n´Roll auch dazu, wenn man einen 96. Geburtstag gebürend feiern will.

Tatsächlich aufgelebt ist der Geist Woody Guthries vor allem bei den Auftritten von Tymon Dogg, dem Headliner vom Woody Bash und Tan Le Racoon, dem Chef der Hasenschaukel und Initiator des Festivals. Auf der Bühne stand da letzterer mit seinen Gitarren und flehte und zederte eindringlich ins Mikrofon. Der legendäre Tymon Dogg, spielte virtuos die Violine, entzückte ihr dissonante Töne und rezitierte seine Songlyrik voll Dringlichkeit. Dann holte er wieder die Gitarre hervor, sang und schrie um und über sein Leben, berichtete von Notständen und Geschichten, die das Leben schreibt, während seine Frau stolz an der Seite saß.

Im nächsten Jahr soll es wieder ein Woody Bash Festival geben. Wenn doch nur öfter Geburtstag wäre…

Einen Audiobericht mit Interviews, Sessions und Konzertmitschnitten findet ihr übrigens in aktuellen Podcast. iLIVE Episode 41

9. Jul. 2008

Unser geliebtes Molotow, die zweite Heimat vieler Kiezschwärmer und die beste Adresse fuer gute Musik hat den Mietvertrag zum Ende dieses Jahres gekuendigt. Da kann man nicht zusehen und Daeumchen drehen: Wir muessen was tun! Wir haben uns mit Andi Schmidt, dem Betreiber des Molotw, getroffen und ihn nach der Sitution des Clubs und Wegen aus der Krise heraus befragt.

iLIVE hören auf www.rettet-das-molotow.de

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5. Jul. 2008

Ich hab’s nun endlich geschafft die Seite online zu stellen. Ok, das Design ist nicht wirklich schön und es ist alles sehr simpel, aber hey, ich bin kein webdesignermensch. Trotzdem sofot auf www.rettet-das-molotow.de klicken!! Da gibt’s ne schicke Petition sowie ein Forum zum Diskutieren und Trauern. Gut, oder? Find’ ich auch.

Außerdem gibt es einen Termin, falls ihr euch aktiv an der Rettungsaktion beteiligen wollt: Am 10.7. treffen wir uns um 21h in der MeanieBar zur weiteren Planung!

Also schreibt allen Leuten, die ihr kennt. Postet Bulletins auf Myspace. Und nervt alle auf Studivz, Facebook, Last.fm und ähnlichen Seiten! Rettet das Molotow! Jetzt!

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