15. Jul. 2008

Ein Festival zu Ehren eines der bedeutendsten, produktivsten und engagiertesten Songwriter des letzten Jahrhunderts war das Woody Bash Festival in der Hasenschaukel. Ein Festival zu Ehren Woody Guthries.
Doch nicht nur versammelten sich am 12.7.2008 insgesamt sieben Bands, um den Geist des vor allem in den 30er und 40 Jahren agierenden Protestsong-Vaters aufleben zu lassen, das Woody Bash Festival war daneben auch ein Fest für Groß und Klein mit herrlichem Essen, interessierten Leuten und unterschiedlichster Musik.
Den Anfang machte Boo Hoo aus Frankfurt. Ein Songwriter in LoFi Traditionalität – auf Platte mit Elektronika Versatzstücken, Live mit umso mehr Gefühl. Er hauchte ins Mikrofon, flüsterte und summte in beliebter Indie-Manier und traf dabei immer den Ton einfach guter Musik.
Der Auftritt der Dirty Dishes war weniger einfühlsam, dafür aber ein Soundtrack zum Mindfuck, der laut Eigenaussage der Hamburger Querköpfe eigentlich “den Laden leer spielen” sollte. Das haben sie nicht geschafft mit ihrem 12 Minuten Song “Komm wir trinken noch ein Bier”, wohl haben sie aber die tanzenden U-5 Kids für sich gewinnen können. Und die wussten nicht einmal, dass es sich bei den Dirty Dishes um Jan von Tocotronic und Rasmus vom Herrenmagazin handelt.
Die andere Band, die die ganz jungen Besucher in Verzücken versetzte, waren The Unreachables (FOTO)aus Schweden. Fünf Typen mit Flausen und mitreißenden Songs im Kopf, die bei ihrer Erfolgsstory in spe vor allem auf Deutschland setzen, wie sie uns im Interview verraten haben. Das ist natürlich nicht das Schlechteste, immerhin fressen wir den Schweden meistens aus der Hand. Falls sich jetzt jemand fragt, was an den Schweden jetzt Woody Guthrie mäßig war, das wussten sie auch nicht so genau. Aber darum ging es ja auch nicht. Protestieren liegt The Unreachables aber genauso im Blut wie Woody. Außerdem gehört ein bisschen Rock´n´Roll auch dazu, wenn man einen 96. Geburtstag gebürend feiern will.
Tatsächlich aufgelebt ist der Geist Woody Guthries vor allem bei den Auftritten von Tymon Dogg, dem Headliner vom Woody Bash und Tan Le Racoon, dem Chef der Hasenschaukel und Initiator des Festivals. Auf der Bühne stand da letzterer mit seinen Gitarren und flehte und zederte eindringlich ins Mikrofon. Der legendäre Tymon Dogg, spielte virtuos die Violine, entzückte ihr dissonante Töne und rezitierte seine Songlyrik voll Dringlichkeit. Dann holte er wieder die Gitarre hervor, sang und schrie um und über sein Leben, berichtete von Notständen und Geschichten, die das Leben schreibt, während seine Frau stolz an der Seite saß.
Im nächsten Jahr soll es wieder ein Woody Bash Festival geben. Wenn doch nur öfter Geburtstag wäre…
Einen Audiobericht mit Interviews, Sessions und Konzertmitschnitten findet ihr übrigens in aktuellen Podcast. iLIVE Episode 41