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Sessions (50)

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16. Jun. 2008

Das „i“ in iLIVE steht in Podcast Nummer 39 unter anderem für Indie as Indie can be. Drei hoch interessante Bands haben wir für euch:Die wahrhaft intellektuellen Ja, Panik aus der Wiener Indie-Grunge-Schule, die total interdisziplinären und krass bunten Frickler der Born Ruffians und die wirlich intensiven Kid Dakota. Drei Bands, drei Sessions, ein Podcast.

PS: Leider ist eines unserer Micros implodiert, deswegen klingt Felix wie am Telefon, ist er aber nicht.

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9. Jun. 2008

Hier kommt der Nachschlag zum iLIVE Podcast Episode 38 – Sessions von I Am Kloot und den Guillemots. Letztere hatten keine Lust auf 08/15 Akustiksongs und haben mit ihrem Electric Piano auf dem Dach des Uebel und Gefährlich zwei ganz besondere Songs ihres neuen Album “Red” im Sonnenuntergang gespielt. Im aktuellen Podcast erzählt Sänger Fyfe Dangerfield außerdem von seiner Vögel-Obsession.

Guillemots – Falling out of reach (iLIVE Acoustic Session)

Guillemots – Get over it (iLIVE Acoustic Session)

Ein ganz besonderes Ereignis für uns war es, I Am Kloot im aktuellen Podcast zu haben. Wir haben Sänger John Bramwell in einem Hotel an der Feldstraße in seiner Suite getroffen und über die neue Platte “I Am Kloot Play Moolah Rouge” gesprochen. Er war sehr höflich, hat uns leckeres aus der Mini Bar angeboten und sogar einen Song für uns gespielt. Das unglaublich tolle Stück “Fingerprints”. Wahnsinn!

I Am Kloot – Fingerprints (iLIVE Acoustic Session)

8. Jun. 2008


Lärm ertönt, ein Gitarrenfiepen, die Gäste des Grünen Jägers aus dem schönen Biergarten herein in die Indie-Höhle zwischen Pauli und Schanze zu locken. Die Gitarren werden lauter, dann kommen die Drums, zack auf den Punkt, und die ersten Töne von “Quizshows” erfüllen den Jäger und, soviel vorweg, alle Erwartungen. Ja, Panik aus Wien werden gerade mit kleinen Lobeshymnen bedacht, die Spex machte ihr zweites Album “The Taste and the Money” zur Platte der Ausgabe und überhaupt scheinen sich alle darauf zu einigen, dass die zur Zeit interessanteste deutschsprachige Band aus Österreich kommt. Gut, vielleicht nicht unbedingt die Leute, die die Pre-EM Party in den Jäger gelockt hat und die mit Ha Ha lustigen pseudo Wiendialekt auf sich aufmerksam machen, aber eben alle anderen.

Derweil auf der Bühne spielen Andreas, Sebastian, Thomas, Christian und Stefan Songs, die es so noch nicht gab. Bei aller attestierten textlichen Raffinesse schießen die Stücke von Ja, Panik musikalisch aus dem Bauch, werden getragen von Mehrstimmigkeit, Nörgelchören und Melodien, die auch jenseits von Indie noch funktionieren. Immer wieder löst schrammeliger Noise die Harmonie ab, immer wieder macht es den Anschein, als würde die Band dahinjammen und dann finden die Fünf wieder in den Song und bringen ihn mit Handclaps und augenzwinkerndem Pop-Verständnis zu Ende. Dieser Pop ist es, der Songs wie “Zwischen 2 und 4″, “Thomas sagt” und “Marathon” zu Hits werden lässt.

Die Ansagen von Sänger Andreas Spechtl sind kurz, meist dankbar und immer schüchtern verstrahlt. Er hat auch keine Zeit lange zu reden, denn die nächste Weißweinschorle wartet schon heruntergestürzt zu werden. Mal singt er in unikalem Holperrhythmus “Der Fall wird immer klarer, heute Abend gibt es keinen Fahrer mehr, denn ich werd trinken, ich werd weiter trinken”, mal schreit Andreas so laut er kann “Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein in zwölf in verschiedenen Sprachen” und manchmal kreischt er auch einfach, als sei er der Frontmann einer wüsten Hardcore Band. Wenn sich dann wieder Chorgesänge wie “Lebe wild und gefährlich” zwischen manchmal ironisch intellektuelle Höchstleistungen drängen und ein kollektives Pop- und Literaturgedächtnis herbeizitiert wird, merkt man, dass Ja, Panik sich gerne widersprechen und das alles nicht so ernst nehmen. Dann kommt der letzte Song des regulären Sets, ein lautstark aufgerissenes Lärmgewitter, eine Feedbackschlacht, das Schlagzeug fliegt um, die Hände hauen und flirren wild über die Tasten und Saiten und dann ist auf einmal alles vorbei und der Jäger schreit und klatscht nach mehr. Mehr von dieser Band. Die erste von drei Zugaben beginnt wieder mit einem Bruch: Wo eben noch das lauteste Schrammeln war, ist jetzt eine Ukulele und ein vielstimmig dahin gegroovetes “Geht`s ein bisschen lässiger, geht`s ein bisschen cooler?” Gehts cooler? Nein, Njet, No, Non, Nej, Nò, Bu shi, Nee, Ei, Nay, Naheen, Naa!

Ein Interview mit Ja, Panik und zwei exklusive Akustiksongs gibt es ab 17.6. im neuen iLIVE Podcast Episode 39 und natürlich hier bei www.iloveilive.de

8. Jun. 2008


Die Fratellis sind eine dieser Indie-Rock-Bands, auf die sich im vorigen Jahr alle einigen konnten. 2007 ertönen die stampfenden Überhits der Schotten in allen Indie-Locations und nicht nur dort: Die Fratellis bekommen Awards hinterhergeschmissen, laufen in der iPod-Werbung und liefern mit Stücken wie “Flathead”, “Chelsea Dagger” und “Henrietta” den Festival-Soundtrack, zu dem man die Kanne Pils selbstbewusst in die Luft reißen und leeren kann.

Zu “Here We Stand”, dem neuen Album, sagt Sänger John Fratelli: “Wir sind definitiv härter geworden. Ich erkenne die Band des ersten Albums kaum noch wieder.” Natürlich ist das maßlos übertrieben, aber so sind wir es ja von den Rockstars von der Insel gewohnt. Die Fratellis bleiben die Fratellis, verlassen sich allerdings nicht auf ihr Markenzeichen, die Lalala- und Döpdöpdöp-Singalong-Chöre, sondern haben ordentlich Led-Zeppelin-Energie getankt und setzen verstärkt auf Riffs sowie große Gitarrenmelodien.

Den Live-Auftritten schadet das nicht. Bei einem Konzert im April in London spielte sich ein bekanntes Ritual ab: Kurz vor Beginn der Show kaufen die Fans je zwei Becher Bier. Bei den ersten Tönen der Fratellis fliegt der eine Becher hoch in die Luft und gibt eine ordentliche Bierdusche, der andere fließt die Kehle hinunter. Bei den Hamburgern im Uebel & Gefährlich sah das ganz ähnlich aus.

Während die drei Schotten mächtig Gas auf der Bühne geben und dem ordentlich vollen Uebel die neuen Songs in amtlicher Lautstärke um die Ohren hauen, weiß das Publikum kaum wie ihm geschieht. Hinter mir, rechts im vorderen Drittel, hat sich sowas wie ein feiernder Asiblock gebildet. Zwei Mädchen in Ringelshirts, die eine schwarz-rot, die andere in schwarz-weiß, halten sich gegenseitig, haben ihre Schuhe verloren, zerknicken mir meinen Pastikbecher beim Arm in Arm Umherspringen und füllen ihn dann ganz brav wieder mit ihrem Bier auf. Dann kommt ein Freund der beiden an, fragt mich, ob ich Bier sammle und schüttet mir den Becher randvoll. Er nimmt noch einen Schluck und feuert sein Plastik dann Richtung Bühne, wo sich derweil juvenile Stagediver auf den Händen kreischender Fans treffen.

Nach jedem Song werden fleißig dödöpdöp-Chöre angestimmt, bis endlich “Chelsea Dagger” gespielt wird, der Hit der Band, der wie kaum ein anderer Song auf die Urinstinkte eines Fußball Fans abgestimmt ist. Passt ja nicht schlecht gerade, oder?

5. Jun. 2008

Schweden sind omnipräsent in der musikalischen Indieszene. Überall und immer wieder tauchen neue tolle blau gelbe Acts zum Liebhaben auf. Im aktuellen Podcast, iLIVE Episode 38, haben wir gleich 2 schwedische Acts am Start: Audrey und Kristofer Aström. Beide haben im Knust gespielt. Kristofer Aström bereits Ende April und Audrey Ende Mai. Mit beiden haben wir exklusive Akustiksessions aufgenommen.

Der Göteborger Kristofer Aström sitzt im Backstageraum des Knust. An seinen Beinen enge, schwarze Jeans, darauf eine Gitarre. Etwas verpennt und Tour gestresst aber allright legt der Musiker los und spielt zwei tolle Songs: “Heart to live”, ein bisher unveröffentlichter Song über Liebe und “Just a little insane”, ein Track des aktuellen Albums “Rainaway Town”.

Kristofer Aström – Heart to live (iLIVE Acoustic Session)

Kristofer Aström – Just a little insane (iLIVE Acoustic Session)

Die vier Mädels von Audrey haben sich für ihren Song “Horses are honest” ins Treppenhaus des Knust begeben. Rebecka, Emelie, Anna und Viktoria sitzen und stehen auf den Stufen, singen, spielen Gitarre und entlocken dem Cello schöne Töne. Der Song stammt vom aktuellen Album der Band, “The Fierce and the longing”, eine starke Platte. Hier gibt es die iLIVE Acoustic Version:

Audrey – Horses are honest (iLIVE Acoustic Session)

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