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Sessions (50)

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30. Jun. 2008

Sommerzeit – Festivalzeit. Ganz einfach. Und iLIVE Episode 40 ist voll von den Zusammenkünften begeisterter Menschen: Neben einem großen Nachbericht vom Hurricane Festival, mit Euch Partypeoples, Razorlight und den Pigeon Detectives, kündigen wir Euch zwei Festivals an, die sich gewaschen haben: Woody Bash und Kaltstart! Ach und Akstustik-Sessionzeit ist übrigens immer bei iLIVE. Dieses mal mit den tollen The Duke Spirit in der tollen Meanier Bar.

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27. Jun. 2008

Molotow Logo

Die traurige Nachricht erschien heute im Abendblatt (hier nachlesen). Unser Lieblinsclub, das Molotow, wird die Pforten schließen. Das Gerücht ging schon eine Weile um aber jetzt ist es offiziell: Der Mietvertrag wird nicht verlängert! Mit Einbußen von über 30% seit Einführung des Rauchverbots kann sich der Rock’n'Roll Keller am Spielbudenplatz nicht mehr halten. Sollte sich in den nächsten Monaten kein geeigneter Sponsor finden, wird der Hamburger Kiez ab 2009 wohl um einen weiteren wichtigen Club ärmer sein.

Ähnlich geht es auch dem Kukuun. Hier wird morgen zum letzten Mal gefeiert. Das Clubsterben in Hamburg geht also weiter.

Scheiße.

25. Jun. 2008

“Der Wettergott mag Rockmusik” titelt das Hurricane Festival auf seiner Internetseite und meint damit das – gegen alle Erwartungen und Vorhersagen – fast durchweg sonnige Wetter auf dem Eichenring in Scheeßel. Es ist aber nicht nur der Wettergott, der Rockmusik mag, auch 70.000 euphorische Festivalbesucher haben auf dem Hurricane Festival 2008 die beste Zeit des Jahres gehabt!

Das liegt neben der Musik natürlich vor allem am Prinzip Festival. Schwer bepackt läuft man vom Bahnhof Scheeßel in Richtung Festival Gelände, schlägt mit wildfremden und doch vertrauten Menschen High Five ein und lässt die Zivilisation hinter sich. Einheimische fahren mit Bollerwagen, Anhängern und so weiter an einem vorbei und transportieren für wenig Geld das Gepäck zum Zeltplatz. Das Gepäck besteht natürlich in erster Linie aus Bier. Clevere Hurricane Planer kaufen vorher Bier in Dänemark oder Holland oder irgendwo anders, wo es kein Dosenpfand gibt. Die anderen nehmen sich vor, das Pfand zu sammeln, merken aber spätestens nach 2 Halben, dass man viel lustigere Dinge mit Bierdosen und Flaschen anstellen kann, als sie brav in einen seperaten Beutel zu stecken. Dazu gehören neben absurden Baseball-Variationen und Weitwurfwettbewerben (der Grund warum man keine Glasflaschen mehr mitnehmen darf) natürlich das Spiel Flunkyball, das entfernt an Kegeln erinnert, aber natürlich eigentlich nur ein Ziel kennt: Den Gegner und sich selbst im höchsten Maße betrunken werden zu lassen.

Betrunken zum Beispiel, damit man sich nicht daran stößt, mehr nackte Tatsachen als den Rest des Jahres zu sehen, mehr Schweinereien zu hören und erleben, als die zarte Befindlichkeit aushält, Fleisch zu essen, das 3 Tage in der Sonne gelegen hat und Dreck in allen Variationen am Körper und in den Klamotten zu haben. Dreck entsteht zum Beispiel, wenn 70.000 Fans vor den Bühnen des Hurricane Festivals stehen und euphorisch tanzen, stampfen und hinfallen. Es ist dabei egal, ob die süße Indie-Schnitte, Hippieverschnitte, der Hardcore-Jünger, Rock`n´Roll Typen oder Fußballasis Spaß haben, es wirbelt einfach eine Menge Staub in der Luft, während sich auf den drei Bühnen des Festivals über 60 Bands den Arsch ab rocken.

Highlights waren in diesem Jahr ganz sicher viele dabei. Gespielt haben nämlich Radiohead, die Foo Fighters, Billy Talent, Beatsteaks, Nada Surf, Chemical Brothers und und und. Doch der Reihe nach: Am Freitag Nachmittag legten Enter Shikari aus England heftig los und ließen das noch kraftvolle Publikum in Circle Moshpits im Kreis rennen oder bei der Wall Of Death fröhlich ineinander laufen, wenn ein lustiger Rave-Part mal wieder von einem feisten Metal Riff abgewechselt wurde. Kurz verschnauft, Mantaplatte reingezogen, weiter gings zum nächsten Highlight: Deichkind. Megavoll wars. Viele wollten bestimmt wissen, wie sich Ferris MC als neues Mitglied der Hamburger Crew vom Deich schlägt. Klar wurde, es hat sich nicht viel verändert und das ist auch gut so: Deichkind leben den total bekloppten Mythos vom Schlaraffenland, springen auf Trampolinen und Schlauchboten umher, sind wie ihr Publikum in Müllsäcke gekleidet, füllen Fans mit der legendären Zitze ab und unterstreichen ihren Status als einmalige Liveband jenseits von gut und böse. Bei NoFX fliegen unterdessen die Fäuste und es wird gezappelt und Chef Styler Jan Delay arbeitet weiter an seinem Ruf als bester deutscher Entertainer. Die Beatsteaks aus Berlin entpuppen sich an diesem Freitag Abend als die Personifizierung deutscher Festivalkultur. Ein großer Auftritt.

Samstag heißt es erst Steaks frühstücken und Hurricane Tapes aus dem Oldschool Kassettenrecorder hören, dann Newcomer sehen. Die Mannequin aus Toronto sind auf Rock´n`Roll Sex Fantasie getrimmt, haben Jack Daniels in den Adern und machen musikalisch eine hervorragende Figur. Johnny Foreigner sind ein kleines Highlight. Hier unbekannt, machen die Engländer harten Indie und singen meistens im Girl/Boy Response Style. Sehr Geil. Auch Girl/Boy mäßig sind The Subways unterwegs und am Samstag haben die drei Engländer einen überraschend guten Auftritt hingelegt. Auf der zweiten Platte ist der Indie Sound des Trios einmal durch den Grunge Wolf gedreht worden und dementsprechend um einiges härter. Live sowieso, eine kraftvolle Sause! Sonntag genauso, jede Menge Bands: The Notwist fordern das Publikum in der prallen Sonne, Jaguar Love können nicht halten, was die Blood Brothers versprechen und Bat For Lashes erfüllt die Zeltbühne mit beeindruckenden Klängen. Radiohead sorgen Sonntag Abend für den ultimativen, audio-visuemotionalen Ausklang. Es waren fast schon zu viele Bands, die Kraft schwand, der Festival Mensch ward satt.

Doch ein wichtiges Highlight gilt es dennoch herauszuheben. Gegen 16 Uhr am Sonntag kam die Ansage, dass sich ein Unwetter Scheeßel nähert und man sich entsprechend vorbereiten sollte. Das war kurz vor dem Auftritt von Tocotronic. Als die Hamburger dann mit einem Gitarrengewitter die Bühne betreten, schreit Dirk von Lowtzow ins Mikrofon: “Hurricane, wir begrüßen euch mit einem Hurricane!” Und im selben Augenblick fängt es an zu regnen. Nicht schlimm, die Luft war noch warm, doch der Auftritt von Tocotronic nichts anderes, als magisch und hat das richtige Unwetter vorbeiziehen lassen. Der Wettergott mag eben Tocotronic.

Und so ein bisschen Regen gehört ja auch dazu: Zum Reinigen, nüchtern werden und dazu, seinen Körper mit einer anderen Flüssigkeit als Bier und Schweiß zu konfrontieren. Obwohl, einmal im Jahr kann man das schon machen!

25. Jun. 2008

Wie im letzten Podcast angekündigt, könnt ihr euch hier die grandiose Akustiksession von den Born Ruffians anhören. Und als kleines Bonus gibt’s einen kleinen Videoclip zur Session, den ihr auch auf unserem YouTube Channel findet. Zugegeben, die Qualität ist nicht super, aber was erwartet ihr von einem Handyvideo? Luke hatte jedenfalls Spaß auf seiner Ukulele!

Und hier ist die Session:

Born Ruffians – I Need A Life (iLIVE Acoustic Session)

23. Jun. 2008

Im aktuellen Podcast war es ja bereits angekündigt, jetzt ist es soweit: Hier sind die beiden fantastischen Akustiksongs von Ja, Panik, einer der raffiniertesten Bands der Stunde. Die Songs haben wir vorm Konzert der Wiener im Grünen Jäger aufgenommen – mit unserem neuen Aufnahmegerät und das scheint sich gelohnt zu haben, immerhin haben die Jungs die Songs auch auf ihre Myspace-Seite gestellt.

Andreas, Christian, Stefan, Thomas und Sebastian saßen uns gegenüber, haben sich auf die ramschigen Ledersofas des Raucherraums gezwängt und spielten zum ersten Mal ihren Hit “Thomas sagt” akustisch. Das Stück hat für mich einen der schönsten Textanfänge of all times und einen genialen Refrain, müsst ihr hören! Dann schüttelten Ja, Panik noch den Song “Mein Lieber” aus dem Ärmel – mit Ukulele, Klatschbeats und improvisiertem Gitarren-Schrammel Solo.

Ja, Panik – Thomas sagt (iLIVE Acoustic Session)

Ja, Panik – Mein Lieber (iLIVE Acoustic Session)

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