Absurd. Da schwappen Woche für Woche mittelprächtige Bands aus Großbritannien über den Ärmelkanal und die Clubs füllen sich. Kommt dann mal eine Ausnahmetruppe wie die Young Knives, zählt das Molotow gerade mal 50 Gäste. Und diese Gäste sind nicht etwa das szenige 20 bis 30-jährige skinny-jeans Molotow-Stammpublikum, sondern fast ausschließlich Besucher Ü35. Absurd.
Wer jetzt allerdings denkt beim Konzert ging es deswegen nicht ab, der liegt weit daneben. Die Stimmung war wie auf jedem tanzbaren Indie Konzert: Wippende Knie in den hinteren Reihen und springende Körper vor der Bühne. Nur waren es eben keine schlackisgen Jungspunde, sondern wilde Senioren mit Brille, Bandshirt und Bierbauch!
Gut, ich übertreibe. Aber es war doch nicht zu übersehen, dass fast eine ganze Musikhörergeneration nicht anwesend war. Tja, habt ihr was verpasst! Denn wer gestern bei den Young Knives war, der tat das ja auch aus gutem Grund. Die Musik zwingt einem zum Tanzen, Mitsingen und, vor allem bei den älteren, männlichen Jahrgängen, zum Luftschlagzeug und Air Guitar spielen.
Die Setlist war eine gute Mischung aus altem und neuem Material, wobei vor allem die neuen Songs sehr viel rauher daherkamen als auf dem Album. Super! Das fanden auch die Blood Red Shoes, die den Abschluss ihres freien Tages in Hamburg gestern beim Konzert gefeiert haben.
Aber im Herbst kommen die Young Knives wieder. Bis dahin haben dann hoffentlich auch die vermeintlich hippen Hamburger Indie Fans gemerkt, dass es sich lohnt diese Band live zu sehen!
Eine Akustiksession von den Young Knives gibt’s ab 6.5. in der 36. iLIVE Folge.
