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13. Jan. 2008

nagel.jpgDen Kater sieht man ihm nicht an. Klar, Nagel braucht Ewigkeiten um eine SMS in sein Handy einzutippen, aber wem geht das nicht so. Als er fertig ist, blickt er von dem kleinen Display auf und grinst “Wir können anfangen!” Aber kaum hat Christian die erste Frage gestellt, piepst das Telefon schon wieder. “Sorry, der Tourmanager pennt und ich muss die Gästeliste noch fertig machen.” Kein Problem. Es ist ja erst sieben und in Nagel’s Backstageraum im Headcrash gibt’s Kekse. Die braucht man wohl auf so einer Lesetour. Jedenfalls scheint der Teller mit den kleinen Backwaren überzuquellen. Nachdem wir einige der Leckereien in uns reingestopft haben, geht’s dann aber wirklich los. Das Handy ist auf lautlos und Nagel erzählt uns von der Lesung in Bochum. “Wir waren da in so einem Club. Eve oder so. Da haben die nur geile Musik gespielt. Die hab ich noch nie oder auf jeden Fall schon seit über 10 Jahren nicht mehr in Clubs gehört. So Sonic Youth, Hüsker Dü und die Pixies. Ich war so begeistert. Ich hab gestern, glaub ich, allen erzählt, ich zieh nach Bochum. Spielen die das hier im Headcrash auch?” Nein. Aber das macht nichts. Nagel wird heute Abend aus seinem Buch Wo die wilden Maden graben vorlesen. “Naja, ich werd ein bißchen was vorlesen, aber ich will das enge Korsett von Lesungen lockern. Ich zeig auch ein paar Fotos und erzähl lustige Geschichten dazu.” Eine Punkrock-Lesung sozusagen. “Genau, manchmal spielst Du in einer Stadt ein Konzert und die Leute gehen voll ab. Und am nächsten Tag sitzen dieselben Typen in deiner Lesung und versuchen ganz vorsichtig ihre Bierflasche auf den Boden zu stellen, damit sie ja kein Geräusch machen. Aber ich will, dass die Leute Spaß haben!”

So wird es dann auch. Nachdem Spermbirds Sänger Lee Hollis seine eigenen Geschichten in einer Mischung aus Englisch und gebrochenem Deutsch vorträgt, kommt Nagel mit einem Glas Wodka-O in der Hand auf die Bühne. Vor ihm sein Laptop, hinter ihm die Projektion eines Hotelklos, in dem ein Telefon an der Wand montiert ist. Ein guter Start. Das Publikum lacht, Nagel erzählt, liest und singt Lieder seines Solo-Projekts Freunde der Nacht/Ruhe.

Das Interview mit Nagel hört ihr am 15.1. im Podcast unter www.abendblatt.de/podcast

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