Ich will jetzt Bass spielen lernen, soviel steht fest. Kommen Last Days of April aus Stockholm auf Platte eher ruhig daher, mit diesen süßen Melodien und dem weichen Gesang, setzt die Band um Sänger und Gitarrist Karl Larsson LIVE andere Akzente: Die Gitarren durch den Noise Filter gejagt, der Bass wie eine Gitarre gespielt und der Lärm wird nur noch von der Melodie liebenden Stimme des Schweden in Röhrenjeans und Holzfällerhemd und dem akzuentiertem Drumming zusammengehalten. Die Songs saßen, gleich zu Beginn wurde der gefühlvolle Knaller “I`m calm now” gespielt, neues reiht sich in altes und der Glühwein, der Obstler und die Feuerzangenbowle vor dem Konzert tut sein übriges in Sachen Euphorie.
In der ersten Reihe des kleinen, atmosphärischen Nachtasyls über dem Thalia Theater vermischt sich der Sound aus den großen Boxen mit dem Monitorsound der Band, man ist so nah, kann jede Anstrengung, jedes Frisur richten, jedes Lächeln genau beobachten und vor allem die flinken Finger und das Akkord mäßige schlagen des Bassers Daniel sehen und in laut drönenden Wellen und großen Bögen hören, ein Lead Bass sozusagen, als sähe sich die Band eher in einer Linie mit dem ästhetischen Noiserock von Sonic Youth oder My Bloody Valentine als schmusigen Indiepop in irgendeiner Variante. Als sich der Frontmann der Band mitten im Konzert entscheiden muss, ob er mit kaputten Distortion Filter und begleitendem Fiepen spielt oder mit cleanem Sound, macht das Fiepen das rennen. Die Blicke des Trios gehen meistens zum Boden, zu Hause sind sie, in einer eigenen ekstatischen Welt, die Haare im Gesicht und dann bedankt man sich auf einmal und alles ist schon wieder vorbei. Eine Zugabe, Last Days of April springen in Sportschuhen über die Sessel des gut gefüllten Nachtasyls.
