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5. Dec. 2007

gallows-pia.jpgHätte mich jemand vorher gefragt, ich hätte wetten können das Konzert der Gallows wird ausverkauft, immerhin wird die Band als Speerspitze einer neuen englischen Hardcore Bewegung um Ghost Of A Thousand und The Plight gefeiert, kriegt mal eben nen 1 Mio Pfund Vertrag und spielt sonst vor bis zu 5.000 Leuten. Deswegen haben wir uns seit langer Zeit mal wieder ne Karte gekauft um auf Nummer sicher zu gehen und dann waren gerade mal 100 Leute da. Vielleicht hat den Rest jemand gewarnert, dass Jennifer Rostock Support macht. Die Band wird gerade wie blöd zu allen Warner Bands ins Vorprogramm gebucht und man fragt sich immer wieder, wer so etwas zu verantworten hat. Naja, ein paar Indie Kids gehen drauf ab, während ein paar ältere breitgeschulterte Hardcore Recken die engen schwarzen Shirts frei machen und sich einen abgrinsen. Galgenhumor vor dem Absterben der Geschmacksnerven.

Die Gallows betreten die Bühne, haben keinen Bock auf halbe Sachen und so zürnt Frontmann Frank Carter ungehalten in die Menge, rempelt jeden an der sich ihm in den Weg stellt, springt auf den Tresen im Logo, hält sich an den Gläserregalen fest und verbringt den kompletten zweiten Song schreiend an der Bar. Mehr als ein Aschenbecher geht erstaunlicher Weise nicht zu Bruch – die Menge jedenfalls ist schnell aus ihrem Vorgruppentrauma gerissen. Randale liegt in der Luft, pull the trigger, auch wenn der Großteil des Hamburger Publikums eher verhalten an Zigaretten zieht. Nach Franks Tabledance baut die Band die Bühne um, stellt die Frontboxen auf den Fußboden und vermischt sich mit dem rasenden Mini Mosh Block. Leute stolpern über die Boxen, der rechte Gitarrist schlägt sich das Knie auf, spielt darauf hin im Liegen auf dem Fußboden weiter bis Frank mal wieder das Publikum teilt, um sich einen Barhocker vom Tresen zu nehmen, damit sein Gitarrist in bester Eric Clapton Manier sitzend weiter spielen kann. Der Sound an diesem Abend ist druckvoll und ungezügelt, die Energie der Platte noch verstärkt und aggressiver, die Musiker jung und tätowiert, das “1st Row” Publikum jung und euphorisch, der Rest beeindruckt von einer Band, die sich den Arsch abrockt, scheißegal wie viele Leute da sind.

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Tausend Dank für die super Fotos an Pia (1) und Carolin Urban (2,3)

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